Die Geschichte von Zanzanù - der gesetzlose Gastwirt am Gardasee

Die Geschichte von Zanzanù - der gesetzlose Gastwirt am Gardasee

Giovanni Beatrice war ein Gastwirt in Tignale am Gardasee mit einem normalen Leben, bis im April des Jahres 1576 sein Vater ermordet wurde. Obwohl niemand nachweisen konnte, wie dies geschehen ist, schwor sich die angesehene Familie um Giovanni, blutige Rache an den vermeintlichen Mördern zu nehmen. Dies war die Geburtsstunde der berüchtigten Zanzanù Bande.

Die Zanzanù machten sich schnell einen Namen und waren in der Region berüchtigt für ihre skrupellosen Straftaten. Sie stahlen, enteigneten, begingen Entführungen und auch viele Morde gehen auf das Kerbholz von Giovanni Beatrice und seiner Bande. Als Beatrice seinen Zanzanù die Ermordung an dem ortsansässigen Stadtvogt Ganossi auftrug, erhielt er darauf den Status eines Banditen in seiner Heimatregion. So hat sich der angesehene Gastwirt in Windes Eile auf einem ganz anderen Metier einen hochrangigen Namen gemacht.

Ab dem Jahr 1610 war nicht nur Banditenvorsteher Giovanni Beatrice sondern auch seine gesamte Zanzanù Bande für ihre immer wieder kehrenden Missetaten für vogelfrei erklärt. Grund hierfür war letzten Endes nach einer nicht enden wollenden Reihe an Entführungen und Morden auch die kaltblütige Ermordung einer hochrangigen Persönlichkeit im Dom der Stadt Salò. Die Banditen waren hiermit nun offiziell Gesetzlose "Outlaws" und konnten sich nicht mehr in der Öffentlichkeit sicher vor Übergriffen fühlen.

Auf der Flucht vor dem Arm des Gesetzes und der gierigen Kopfgeldjäger zog es die Zanzanù in die Berge von Tignale, wo sie sich ihr Versteck einrichteten. Bald wurde allerdings das Geld knapp und die alte Methode, Raubzüge zu starten, war als vogelfreie Gesetzlose nicht mehr sicher. Aber dennoch musste die Kasse gefüllt werden.

Giovanni Beatrice hatte aber bereits eine neue Idee, die er im Jahr 1616 das erste Mal in die Tat umsetzte. Er unterbreitete seinen größten Widersachern, den Leitern der Beamten in den umliegenden Gemeinden, ein Friedensangebot. Für seinen Frieden forderte der Chef der Zanzanù Banditen im Gegenzug eine Bezahlung in Dukaten.

Ein paar der Gemeinden nahmen das Angebot, Schutzgeld an die Gauner zahlen an, während andere Vorsteher die Finte von Beatrice als solche erkannten. Nur ein Jahr später kippte auch die generelle Passivität der Bewohner gegenüber Giovanni Beatrice und seinen Zanzanù Banditen und ihnen wurde offiziell der Kampf angesagt.

Als sich Beatrice und seine Mörderbande in einer Nacht im August 1617 in einer Scheune bei Gardola zur Nachtruhe legten, merkten viele der Bewohner davon. Die Dorfbevölkerung beschloss daraufhin, die Zanzanù Bande einzukesseln und endgültig festzusetzen. Als die Bande dies merkte, gelang es ihnen zunächst zu fliehen. Doch nach kurzer Flucht sahen sie sich umzingelt und sahen nur im Kampf einen sicheren Ausweg aus der Klemme. 

In einem großen und mächtigen Aufeinanderstoßen der beiden gewaltbereiten Gruppen waren die Banditen zahlenmäßig und taktisch klar unterlegen, was auch durch den Überraschungseffekt bedingt ist, der auf Seiten der Dorfbewohner lag. Giovanni Beatrice sowie viele seiner Anhänger fanden hier noch in der selben Nacht den Tod. Der gesetzlose Gastwirt starb auf einem großen Felsen bei Gardola. Dort soll noch heute sein Fußabdruck im Boden des Gesteins zu sehen sein. In Tignale am Gardasee ist Giovanni Beatrice bis heute eine Legende.